Aktuelle Rezensionen

Jess-Trio im Konzerthaus
 ECHO, Seite 78: Richtiger Griff – Jess zu MittagskonzertenEines der Charakteristika der Programme der Mittagskonzerte des Jess-Trios ist die abwechslungsreiche Variation in der Besetzung: Diesmal wurden zudem Werke kombiniert, welchen motivische Anklänge (an die Marseillaise) gemeinsam sind: Chopins späte kühn-nachdenkliche Cello-Sonate op. 65 und Liszts von ihm selbst als Klavier-Trio bearbeiteter Pesther Carneval – mit mitreißenden melodischen Passagen und Schluss-Stretta dazu ein wirkungsvoller Kontrast. Dazwischenstand das Werk eines heutigen Komponisten: Rainer Bischofs Trio 89, das in (Jahres)Zahl, expliziten Zitaten und Gehalt an die Französische Revolution anknüpft; solcherart sinnvoll placiert und ausdrucksstark musiziert, vermochte sich das Werk sehr gut zwischen den beiden „Klaviermeistern in Europa“ zu behaupten. Dieser Zyklus des Jess- Trios ist gleichsam Herzstück dieses außergewöhnlichen geschwisterlichen Musizierens von Elisabeth (Violine), Stefan (Violoncello) und Johannes (Klavier) Jess-Kropfitsch (ÖMZ 49/9, S. 552), zu dem sich die drei international konzertierenden und in Wien bzw. Eisenstadt Hochschul-Unterricht gebenden Künstler sechs Mal pro Saison zusammenfinden.
Seit 2000 vom Konzerthaus angeboten, ist der Zyklus angesichts des wachsenden Publikumszuspruchs vom Schubert- in den Mozart-Saal „avanciert“. Geplant, einstudiert und erprobt wird im Rahmen von Hauskonzerten (in der elterlichen Villa), was relevant ist, weil auch dieses Flair des Persönlichen spürbar mitschwingt.
M. D.-L.


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Von Himmel und Erde
(Print-Presse)

Angesichts der Fülle des in Wiens Klaviertrio-Szene Fabrizierten gilt es wohl, das Erwähnenswerte herauszuhören. Was aber ist das? Was auffällt. Auffallend miserable Konzerte also (über die man vernichtend sprechen kann, was meist leicht ist), oder auffallend geglückte und bewegende Konzerte (über die zu schreiben oft schwer fällt).

Erwähnenswert in diesem Sinn: das letzte Mozartsaal-Mittagskonzert des Jess-Trios. Ein-dringlich: Elisabeth Jess-Kropfitschs Spiel der Bachschen Chaconne aus der Partita Nr. 2 in d-moll, das gewissermaßen "einfleischt", weh tut, penetrant, konzentriert, endlos, dann wieder ums Ohr säuselt, süß, schwindelerregend. Keine Suche nach Virtuosität (denn die ist einfach), oder nach Schein und Show. Diese Musik kommt aus den Eingeweiden. - Fühlfähig und musikverständig sind die Geschwister Jess-Kropfitsch aber auch im Zusammenspiel. Irgendwann während Robert Schumanns Klaviertrio Nr. 1 (ebenfalls in d-moll) vergisst man sich selbst. Aber ist die Musik nicht gerade auch dazu da?
Gefühlsduselig dagegen: Mozart von einem anderen Trio-Ensemble im Brahms-Saal. Erwähnenswert bleibt aber die Uraufführung der "2. Liedfantasie für Bariton, Violine, Cello und Klavier nach Gedichten von Francesco Petrarca" des jungen Komponisten Akos Banlaky, in der Text und Musik im Einklang in himmlische Sphären führen. Durch fünf motivisch eigenständig behandelte Sonetten-"Töne" hindurch skizziert Banlaky mit großen Glissandi, hoch angelegten Ambiti, wallender Dynamik und oktavischem Tongeglitzer die von Petrarca sprachlich gefasste Einsamkeit des (verlassenen) Liebenden und seine Todessehnsucht. Beeindruckend: Sein stimmlicher Glanz in Banlakys Petrarca-Sonetten und solchen von Franz Liszt. Der Rest: nicht schlecht, aber auch nicht bewegend, und daher - nicht erwähnenswert.


Lyrisch, energisch und ungarisch gepfeffert
(Nordsee-Zeitung Bremerhaven)

Gut spielen können, sein Instrument beherrschen - das ist das eine. Aber auch gut zusammenspielen zu können - das ist erst die wahre Kunst. Gerade bei der Kammermusik gehört das homogene Miteinander zu den unabdinglichen Voraussetzungen: Der berühmte Violinenvirtuose, der seine Kollegen an die Wand spielt, ist hier nicht gefragt.

Das Jess-Trio aus Wien, das wieder einmal bei der Norddeutschen Konzertdirektion im Kammermusiksaal der großen Kirche gastierte, erfüllt hier höchste Ansprüche auf das Schönste. Bei diesem kleinen Ensemble stimmt alles. Vor dem Publikum saßen nicht nur drei souveräne Könner ihres Faches, sondern drei Geschwister, die seit 15 Jahren aufeinander eingestimmt sind. Elisabeth (Geige), Johannes (Klavier) und Stefan (Cello) Jess Kropfitsch brauchen sich nicht gegenseitig etwas zu beweisen. Sie agieren absolut gleichberechtigt, ganz wie es die Gattung des Klaviertrios seit Beethoven erfordert - Verwandtschaft also als ausgesprochener Glücksfall für die Musik.

Was aber am meisten beeindruckte, war die Kombination aus handwerklich-technischer Vollkommenheit und echter Musikalität. Hier wurden nämlich nicht einfach brav irgendwelche Abspielanweisungen ausgeführt, nein: Die musikalische Energie durchströmte die Musiker, elektrisierte sie geradezu, so dass es sie mitunter nicht mehr auf ihren Stühlen hielt. Bei einem solchen Ganzkörpereinsatz war die Genauigkeit des Zusammenspiels eine natürliche Folge, so unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten die drei auch sind.

Wie eine freundliche Begrüßung präsentierte sich zunächst das erste Werk des Abends, das G-Dur Klaviertrio op. 75 Nr. 1 von Joseph Haydn. Aber schon der letzte Satz, das Finale "all Ongarese", riss mit seinem zigeunerisch-ungarischen Pfeffer die Hörer (wie schon vor 200 Jahren) in seinen Bann. Auch wenn es hier nicht um ethnografische Korrektheit geht: Haydn kam es auf den Effekt an, nicht auf authentische Wiedergabe von ungarischen oder zigeunerischen Volksliedmelodien - bezeichnenderweise warfen die Zeitgenossen beides in ein und denselben Topf.

"Mit Energie und Leidenschaft" lautet die Spielanweisung des ersten Satzes aus Robert Schumanns Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63, und so boten es die Musiker auch dar. Keine leichte Aufgabe bei dem über eine halbe Stunde dauernden Stück, das ganz im Gegensatz zum eher gemütlichen "Papa Haydn" gehaltvoll und bedeutungsschwer daherkommt. Hier konnte das Ensemble seine Stärken ausspielen, denn Routine gäbe dieser Musik den Todesstoß.

Zum Schluss waren die lyrischen Qualitäten der Musiker gefragt. Alexander von Zemlinskys Klaviertrio d-Moll op. 3 erwies sich als Überraschung. Als Werk voll ungewöhnlicher, vom Geist der Spätromantik her gedachter harmonischer Wendungen von einem Komponisten, dem "die Zunge nicht atonal zum Hals heraushängt, sondern der unverborgen singt", wie der Dichter Franz Werfel über Zemlinsky gesagt hat. Auf eindrucksvolle Weise zeigten die Interpreten, wie sich Energie mit Einfühlungsvermögen vereinen lassen und führten auch dieses Werk zum Erfolg.

Erst nach zwei langen Zugaben entließ das Publikum die Musiker.


Amici della Musica, un grande Jess Wien Trio
La virtuosa esibizione dei fratelli Johannes, Elisabeth e Stefan Kropfitsch (Il Messaggero Veneto)

UDINE. I fratelli viennesi Kropfitsch, Johannes, pianoforte Elisabeth violino, e Stefan violoncello, riuniti nello Jess (acronimo dei loro nomi di battesimo) Trio Wien, sono stati protagonisti di un bel concerto che si è tenuto nella sala Madrassi di via Gemona nell’ambito della stagione 2002-2003 promossa dagli Amici della Musica. In apertura Johannes Kropfitsch si è ammirato nell’affascinante Sonata per pianoforte op.1, composta da Alban Berg, in un unico movimento Mäßig bewegt (moderatamente mosso) dal 1907 e il 1908, in un linguaggio armonicamente complesso che si spinge fino alla rottura della tonalità con accordi per quarte, giuste ed eccedenti con valenze anche melodiche. Il pianista ha ben colto la tensione e la drammaticità di quest’ampia pagina segnata da una forma sonata tritematica e tripartita, ricca di momenti intensamente espressivi e fortemente caratterizzati sul piano dinamico. I Kropfitsch hanno quindi dato un saggio di affiatamento, di controllo del suono sempre ben periodato, e di quella dimestichezza interpretativa resa possibile da una pratica cameristica quotidiana e comune, proponendo il trascinante Trio in re minore op.3 scritto a Vienna nel 1896 di Alexander von Zemlinsky. Con questo lavoro che valse all’autore l’apprezzamento di Brahms, i tre musicisti hanno convinto per la loro splendida e puntuale intesa, per un accattivante fraseggio e per un’eccellente cura dinamica nei quattro movimenti: Allegro ma non troppo, Andante, Poco mosso con fantasia e Allegro sempre ben dipanato sui piani tematico e agogico. La successiva proposta è stata quella dei Quattro pezzi op.7 per violino e pianoforte di Anton Webern dedicati alla memoria dell’insigne didatta, compositore e concertista Vittorio Fael (già membro del quartetto del Vittoriale e per decenni docente di violino al Tomadini di Udine, città in cui fu anche segretario dell’Accademia di scienze, lettere e arti) nel ventesimo anniversario della scomparsa. Brillantemente assecondata al pianoforte dal fratello Johannes, Elisabeth si è ammirata per presenza, qualità tecniche e interpretative nello svolgimento di una trama complessa, sempre molto attenta a evidenziarne la dimensione agogica nei quattro movimenti fortemente contrastanti sul piano ritmico, Sehr langsam, Rasch, Sehr langsam, Bewegt (molto lento, rapido, molto lento, mosso).

In programma anche un altro pezzo weberniano: i Drei kleine Stücke op.11 (Tre piccoli pezzi) di Anton Webern, di cui con una ricca e intensa cavata Stefan ha reso tutto il pathos trovando un’ottima risposta – nei diversi tempi Mässige Achterl, Sehr bewegt, Äusserst ruhig – nel fratello pianista, ottimamente sostenuto da un tocco perfetto con il suo suono terso e polito. In chiusura calorosissimi gli applausi a sottolineare il gradimento del numerosissimo pubblico presente per Verklärte Nacht (Notte trasfigurata) di Arnold Schönberg, versione per trio di Eduard Steuermann, dall’originale per sestetto d’archi, op.4 del 1899, in uno stile che ormai ha i confini estremi del tonalismo romantico e che i tre fratelli hanno pienamente controllato con eccellente aderenza esecutiva. Al tremine, fuori programma, un bis con lo spumeggiante valzer op. 200 Die Schönbrunner di Joseph Lanner.

Renato della Torre


Udine Sorprende constatare ...
(Il Gazzettino)

Sorprende constatare quali e quante siano le innovazioni nei vari campi del sapere e delle arti che hanno visto la luce tra la fine dell''800 i primi del '900. Quella che noi oggi chiamiamo "musica contemporanea" nasce proprio in tale periodo. Ed è curioso osservare quanto le prove precoci e paradigmatiche di questa musica siano ancora oggi, dopo cent'anni, incredibilmente attuali. Sarà forse che, dopo, grandi passi avanti non se ne sono fatti (semmai qualche passo indietro con i vari neo-tonalismi, minimalismi eccetera). Sarà che ad ascoltare le versioni prototipiche, "autentiche", di stilemi tematici, soluzioni armoniche e strutturali oggetto di infinite variazioni nel corso del XX secolo, ci si accorge di quanto queste ultime ne siano spesso imitazioni sbiadite, che non ne colgono che la superficie trasformandola in formula vuota. Di questo genere erano i pensieri che ci si agitavano in mente ascoltando il concerto del Jess Trio Wien per la Stagione degli Amici della Musica. Un concerto ammirevole innanzitutto per le doti tecniche e la profonda intesa esecutiva dei tre fratelli Kropfitsch Johannes al piano, Elisabeth al violino e Stefan al violoncello - che hanno trovato conferma di fronte a un programma inconsueto, riscuotendo consensi calorosi. Ma l'interesse maggiore era suscitato dal programma stesso, una rivisitazione dei tre grandi esploratori del Novecento musicale: Berg, Schoenberg e Webern. Di Berg è stata offerta laSonata op. 1 per piano, intensa, lucente e coraggiosa nell'innovare senza recidere del tutto il lessico tardo romantico, qui espresso dal brahmsismo del belTrio op. 3di Zemlinsky, pure eseguito nella prima parte della serata, e ancora presente nella tormentata Verklärte Nacht di Schoenberg (nella versione per trio di Eduard Steuermann). Di Webern sono stati proposti i pezzi per violino e piano op. 7 e quelli per violoncello e piano op. 11, ascetici, quasi afasici, ma di struggente introspezione e fulminea, lancinante intensità, che il Jess Trio Wien ha espresso in modo egregio.


Jess Trio transforms chamber music into family affair
(The Knoxville News-Sentinel, Friday)

Chamber music has a long history of being played by family members. Thursday night at Carson-Newman College’s Thomas Recital Hall, The Jess Trio brought its special family vibes to music by Mozart, Johann Strauss Jr. and Schubert. It then lit a fire with hot interpretations of American pop music for encores.

Composed of brothers Johannes Kropfitsch, piano, and Stefan Kropfitsch, cello, and their sister, Elisabeth Kropfitsch, violin, the trio began with a crisp performance of Mozart’s “Piano Trio in E Major”. With a piece that spends the first two movements warming up for the “Allegro,” their clean, expressive voicing worked the careful zone between sobriety and joy that is characteristically Mozart. Then, in two Johannes Jess-Kropfitsch arrangements of Johann Strauss, Jr.’s music, they cut loose. The “Perpetuum mobile,” named after the notion that a machine will run forever unless friction or external factors stop it, had the humor and flash of a circus sideshow tune. The Trio made it sparkle as they wound and unwound the tune like an endless gypsy dance. That was followed by “Variations and Czardas on a Theme from Zigeunerbaron,” a Lisztian melodrama on a caffeine buzz that was brilliantly played even though the cello was largely accompaniment. Finally, it was Schubert’s melancholy,”Piano Trio No. 2 in E Flat Major,” that made equal partners of the three instruments. With intuitive, expressive phrasing, the cello wept while the piano and violin had intimate chats over Schubert’s plaintive five-note melody.

It was chamber music at its very best performed with highly tuned musical intelligence and engaging performing presence. Don’t miss the chance to hear the trio when they appear in Oak Ridge this Saturday night, sponsored by the Oak Ridge Civic Music Association.


Tre fratelli felici di suonare
(IL PICCOLO Spettacoli)

Riascoltare i fratelli Kropfitsch, ovvero lo “Jess Trio Wien”, é sempre un atto che consola. Nelle loro esecuzioni cameristiche circola uno spirito di felicità perché ogni frase vive in funzione della comune esperienza estetica.

Johannes (pianoforte), Elisabeth (violino) e Stefan (violoncello) realizzano il pensiero del compositore nella forma, innanzi tutto, di una condivisione di “huanitas”. E il risultato a cui arrivano le migliori formazioni stabili: andare oltre le note e cogliere la sostanza dialogica della pagina, neutralizzando l’impegno tecnico e la bravura individuale in un risultato di naturalezza e semplicità. Con la cordialità riservata agli amici di sempre, il pubblico del Teatro Comunale ha accolto e applaudito, giovedì scorso, i tre interpreti viennesi. Sono passati ben diciannove anni dalla loro prima comparsa monfalconese e di strada ne hanno fatta, ottenendo solida fama e maturando uno stile inconfondibile. Per l’appuntamento con questa stagione concertistica hanno scelto un itinerario tra classicismo e Biedermeier: il Trio in sol maggiore Hob. XV: 25 di Haydn, l’ op. 12 di Kummel e il sommo Trio op. 100 di Schubert. Di Haydn i Kropfitsch vogliono mostrare la varietà espressiva della maturità: perfezione formale ed eleganza (l’ “Andante” con variazioni), patetismo (il “Poco adagio”), buonumore e gusto per il caratteristico (il celebre “Rondò all’ongarese”). Ma ciò che impressiona è come essi riescano a distribuire i livelli dinamici in funzione prospettica: se il discorso tematico nel registro medio-alto, il violino – in raddoppio o con ruolo di accompagnamento- se ne sta in lontananza, intento ad ascoltare, lasciando che il maggiore peso sonoro del violoncello fornisca profondità armonica e ricchezza di fondamentali alla tastiera. L’attenzione, poi, cade sulla corrispondenza tra tocco pianistico e tipo d’arcata, e sul modo di realizzare i ritenuti e gli sforzati. Dopo il delizioso Trio di Kummel (un “Allegro” d’apertura pieno di belle idee motiviche ma un po’debole nello sviluppo, un “Andante” originale nelle soluzioni strumentali, un “Presto” audace nello slancio ritmico) arriva un’op.100 di Schubert dai tratti beethoveniani: a colpire non sono tanto i nostalgici ripiegamenti quanto i bruschi scatti vitalistici e i cambi d’umore (si pensi alla violenza con cui i Kropfitsch sottolineano l’episodio dei tremoli nell’ “Andante con moto”).

Molte chiamate e un bis brahmsiano.


Une symbiose musicale radieuse et dynamique
(Luxembourger Wort)

Une musicalité enivrante, un enthousiasme communicatif, une sonorité généreuse, ne sont que des qualificatifs faibles pour caractériser le « Jess-Trio Wien », ensemble exceptionnel par sa façon de donner un relief puissant et une vie nouvelle aux partitions. Frères et sœur, les membres du trio forment une unité soudée qui laisse jaillir la musique avec naturel, avec cette évidence joyeuse propre au musicien-né. Une telle unité d’intentions est rare, elle permet à la créativité de s’affirmer en choix interprétatifs originaux dans une symbiose radieuse et dynamique. Le jeu du trio est puissant et rayonnant, ce qui n’empêche pas certaines phrases intimes de chanter avec une délicieuse douceur.

Une telle exécution, qui jette une lumière concentrée sur chaque phrase, est nécessairement décapante, il n’y subsiste rien de superflu. La sonorité de l’ensemble est chaleureuse et magnifiquement colorée. Elisabeth Jess-Kropfitsch joue sur un violon de Giambattista Guadagnini (1751), Stefan Jess-Kropfitsch se joint à eux pour la plus grande joie des auditeurs. L’ensemble a vraiment du caractère, il possède sa propre vision et sa propre allure. Mais le son superbe et exécuté dans sa beauté royale était parfois trop puissant pour la salle des Chevaliers, car les nuances forte et même fortissimo étaient plus présentes lors de ce concert que la légèreté des piani. Dans une grande salle l’effet aurait certes été différent, mais les auditeurs, enthousiastes et fascinés, n’en furent nullement dérangés, ils se laissaient entraîner par la jubilation des élans et l’engagement absolu des artistes. Le trio en si bémol majeur op.11 de Beethoven donna l’occasion de montrer les aspects multiples du talent des musiciens. Virtuose et dynamique, l’allegro con brio laissait résonner des phrases chatoyantes et gracieuses. Un flux plein de vie, bondissant et vigoureux traversa ce mouvement qui ne manqua certes pas de nuances. La pensée romantique dominait toutefois dans le rendu de l’inspiration ; sonorité saturée et chaleureuse au violoncelle, jaillissements et tension musicale au violon se complétaient merveilleusement. L’adagio vibrant était introduit au violoncelle qui reçut une réponse pleine de poésie au violon. En traits d’archet d’une sûreté éblouissante, en belles lignes galbées, les cordes s’entrelaçaient avec le jeu élégant et subtil au piano. Le trio donnait une impression de mouvement continu dans l’épanouissement de la sensibilité ; un rêve mélodieux et ininterrompu renaissait du même thème. Avec ses neuf variations, le « Tema con variazioni »s’ouvrit sur un beau solo du pianiste qui y mit beaucoup de couleurs ; violon et violoncelle y ajoutèrent leurs rythmes étincelants. Ludique, l’allegro se termina de façon virtuose.

On passa vers la musique de Mozart en gardant la même intensité musicale. Jamais on n’avait entendu une « Petite musique de nuit » (K 525) aussi submergeante, aussi clairement dessinée, aussi enthousiaste ! Dans un arrangement pour cordes et piano réalisé par Johannes Jess-Kropfitsch, le trio nous donna une exécution extravertie et rayonnante de cette « sérénade » mélodieuse. Nulle mièvrerie, aucune sentimentalité dans l’interprétation, qui avec son allegro alerte se présente d’emblée comme une affirmation emplie de joie et de force.
La Romance avait bien cette nuance de tendresse dont le charme ineffable a enchanté de nombreuses générations d’auditeurs, mais elle avait aussi une connotation de noblesse et de rigueur qui créait une certaine distance. Ses traits légers, son phrasé poétique ouvraient les portes du rêve.

Le minuetto-allegretto plein de contrastes, brillait avec une vivacité élégante. La violoniste joua la mélodie fluide avec toute la grâce du monde. Pétillant comme du champagne, entraînant et spirituel, le rondo-allegretto aux crescendi expressifs, débordant de joie musicale, était joué avec fougue et vitalité, dans cette dynamique irrésistible qui caractérise le « Jess-Trio Wien ». Ainsi, interprétée par trois musiciens, plus dépouillée et plus intense que lorsqu’elle et exécutée par une formation plus importante, cette « Petite musique de nuit » avait une saveur enivrante. C’était comme si les musiciens libéraient l’énergie qui se trouve dans chaque œuvre ; avec une intuition rythmique extraordinaire, ils créèrent la tension dans un devenir ininterrompu.

L’interprétation du trio n° 2 en mi bémol majeur op.100 de Franz Schubert nous ravit par sa force et sa fantaisie. Créant des éclairages troublants et de violents contrastes, les instrumentistes nous y ont subjugués par leur extraordinaire élan mélodique. On admira le lyrisme pur, grave et nostalgique au violoncelle dans l’andante con moto, un mouvement qui évolua vers l’exaltation, vers l’orage romantique où le tempérament flamboyant de la violoniste faisait merveille. Reliés par une cohésion technique que l’on rencontre rarement, les instrumentistes atteignirent des sommets expressifs. On a beaucoup aimé le passage au violoncelle seul dans le scherzo ; la belle ligne mélodique y évoluait avec tendresse. Jeune et audacieux, l’allegro moderato évolua limpide et heureux tout en accentuant de plus le mouvement vers l’expression dramatique. Violon, violoncelle et piano aussi éloquents dans la douceur lumineuse que dans les épisodes violemment passionnés, y portèrent bien haut la flamme du Romantisme.

Le public conquis fit triomphe aux artistes qui lui donnèrent encore plusieurs bis rythmés, amusants et tourbillonnants.


Beschenkt gehen wir nach Hause
(Münchner Merkur)

Das letzte Konzert des 20. Kammermusikzyklus’ des Kulturvereins Zorneding/Baldham im Martinstadl war ein Konzert der großen Überraschungen. Nun wieder Klaviertrio, dachte ich beim Hinfahren. Wer aber hätte gedacht oder geahnt, dass das angeblich so konservative Publikum bei Schostakowitsch in Begeisterungsrufe ausbrechen würde, und dass ein klassisches Klaviertrio Ragtime, Schlager, Johann Strauß, also auch Unterhaltungsmusik spielen und so lebendig und gekonnt vortragen könnte, dass manches Salonorchester mit Verstärkern und viel Blaswerk dagegen uralt ausgesehen hätte. Dass Jess-Trio aus Wien, ein Geschwisterensemble, nämlich Elisabeth Jess-Kropfisch, Violine, Stefan Jess-Kropfisch, Violoncello, und Johannes Jess-Kropfisch, Klavier, sorgte für ein außerordentliches Finale dieser Konzertreihe.

Doch der Reihe nach: statt Ewig-Beethoven Haydn. Das viel gehörte und gespielte Zigeunertrio G-Dur wurde liebevoll und delikat zelebriert. Der Ackersmann ging leichtfüßig übers Feld. Das Adagio wurde innig musiziert und im Rondo all’ongarese war zu spüren, dass die drei Musiker keinen Konzertabend einfach herunter spielen, sondern Musik auf höchstem Niveau mit Elan und Freude gestalteten. Es folgte Dmitri Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op.67, moderne Musik, die oft heftig geschmäht, von einem hervorragenden Ensemble gespielt wurde. Dass man in einem Dorf vor den Toren Münchens mit Schostakowitsch die Zuhörer zu begeistern und verzaubern vermag, hat die Musiker wohl doch überrascht. Fast schon ein wenig verlegen, dennoch freudig lächelnd, drückte Elisabeth Jess-Kropfisch ihre Geige an sich, und auch dem Cellisten war die Genugtuung und Freude über den gelungenen Vortrag anzumerken. Das Publikum verschloss sich dieser Musik nicht, sondern nahm sie geradezu überschwänglich auf.

Das Jess-Trio hat den Kontakt zu den Zuhörern gesucht und mit einer herausragenden Leistung auch gefunden. Die Art, wie dieses technisch hoch komplizierte, fast noch spätromantische Werk, zum Erklingen gebracht wurde, stellt eine wahrhafte Meisterleistung dar. Schostakowitsch verarbeitet sehr viel Volksmusik, die vom Jess-Trio mit tiefem Verständnis, eindrucksvoll und spannend gestaltet wurde. Peter Tschaikowski nach der Pause. Hier gab es viel russische Seele, manchmal sich wiederholende Passagen, die dann von einem Feuerwerk spätromantischen Pathos’ abgelöst wurden. Das Jess-Trio hatte das nur zweisätzige Werk glänzend vorbereitet und so vorgetragen, dass manche Längen nicht mehr auffielen.

Bei den Zugaben zeigte sich, dass es sich bei den Musikern um wahre Wiener handelt. Sie scheuten sich nicht, mit Bravour Salonmusik zu spielen, die selbst den klassischen Puristen begeistern musste. Das Cello schmelzt Elvis und die Geigerin zaubert Mandolinenklang. Das Zornedinger Publikum habe ich noch nie so, fast schon frenetisch Beifall spenden hören wie an diesem Konzertabend, dem letzten dieser Saison, an dem wir beschenkt nach Hause gingen.


Tragische Kammermusik in unglaublicher Präzision  
(Süddeutsche Zeitung)

Die Mitglieder des Jess-Trio kennen sich ihr ganzes Leben und musizieren die meiste Zeit zusammen, die Geschwister Elisabeth (Violine), Johannes (Klavier) und Stefan (Violoncello) Jess-Kropfitsch. Aber sie haben nicht nur ihr Zusammenspiel als Geschwister-Trio in besonderer Weise perfektioniert. Jeder ist Vollblutmusiker mit eigener Kariere als Solist aber auch als Musikpädagoge. Die Geigerin und der Cellist betreuen als Professoren eigene Klassen an der Musikhochschule in Wien. Der Pianist und promovierte Rechtswissenschaftler hat eine Meisterklasse am Wiener Konservatorium.

Der Auftritt im Zornedinger Martinstadl begann mit einer Programmänderung, weil sich das Trio bei der Probe mit dem geplanten frühen Beethoven-Klaviertrio in Verbindung mit Schostakowitsch und Tschaikowski nicht so sehr identifizieren konnte. Johannes Jess-Kropfisch vermittelte dem Publikum sehr charmant die Entscheidung für Joseph Haydns Klaviertrio G-Dur Hob.25. Dies war einerseits eine Hommage für Haydn, der sozusagen das Klaviertrio erfunden und mit etwa 40 Kompositionen dieser kammermusikalischen Gattung zu ungeheuren Erfolg verholfen hat.

Mit diesem Werk gab das Jess-Trio gleichzeitig seine Visitenkarte ab und präsentierte sich als musikalisch brillantes und äußerst temperamentvolles Ensemble mit dem Andante con variazioni, dem Poco Adagio und dem Finale Rondo all’ongarese. Und das sollte ja nur der Anfang sein. Es folgten das meist gespielte kammermusikalische Werk von Dimitri Schostakowitsch, sein zweites Klaviertrio e-moll op.67 und Peter Tschaikowskis Klaviertrio a-moll op.50, das Schostakowitsch in gewisser Weise als Vorbild diente. Tschaikowski komponierte sein Trio zum Gedenken an seinen Freund und Förderer Nikolaj Rubinstein. Schostakowitsch widmete sein Werk Iwan Sollertinski. Sowohl das fahle Gesangsthema des ersten als auch das einprägsame Tanzthema des zweiten Satzes zielen auf das emotionale Zentrum im Largo, in dem sich über schweren Klavier-Akkorden der elegische Gesang der Streichinstrumente erhebt. Nach dieser Totenklage folgt der russisch geprägte Totentanz in Allegretto, ehe das Werk im Adagio mit dem Thema aus dem ersten Satz verklingt. Nicht minder vielgestaltig erscheinen erscheinen die beiden großen Teile in Tschaikowskis Trio, die eigentlich den Rahmen eines kammermusikalischen Werkes sprengen. Auch hier die Totenklage im Pezzo elegiaco und der „Totentanz“ als Tema con variazioni, der nach Walzer, Fuge und Mazurka in einem düsteren Trauermarsch endet. Beide Werke gestaltete das Jess-Trio mit unglaublicher Präzision und Feinfühligkeit für diesen Gefühlsausbruch russischer Seele.

Die ungeheure Konzentration der Instrumentalisten erzeugte Hochspannung, die sich in tosendem Beifall entlud. Eine unerwartete Wendung erhielt dieser fast tragisch anmutende Kammermusikabend durch die beiden temperamentvoll gespielten Zugaben-Tanzmusik von Johann Strauß und ein Schlager-Potpourri von Johannes Jess-Kropfitsch.

 
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